Niemals Mütter unterschätzen

Aktualisiert: 10. Mai




Eine berühmt-berüchtigte Schein-Beratungsstelle stellte Julie einen Beratungsschein aus, obwohl sie noch minderjährig ist, also ihre alleinerziehende Mutter hätte hinzugezogen werden müssen.

Aber Julie war so erkältet, dass sie ein ärztliches Attest benötigte, ob sie angesichts ihrer Erkältung die geplante Operation riskieren könnte. Zum Glück geriet sie an einen sehr aufmerksamen Arzt, der sie unverzüglich zu uns schickte.


Julie will die Schwangerschaft vor ihrer Mutter verheimlichen und sie konnte uns auch klar darlegen, warum das richtig wäre. Wir sind aber der Meinung: Mit 16 Jahren ein Trauma Abtreibung ist nicht machbar, eine Geburt hingegen sehr wohl.


Also saßen wir bei ihrer Mutter am einfachen Küchentisch und es flossen Tränen auf allen Seiten. Die Mutter tobte und endete ungefähr so: „ICH wollte Dir so ein Schicksal wie meines ersparen, weil ein Kind alleine großziehen furchtbar ist, aber DU wolltest ja nicht auf mich hören, hast mal wieder gedacht, ich will Dir bloß den Spaß verderben!“


Sie war dabei immer lauter geworden und ich versuchte vergeblich, sie zu beruhigen. Sie fuchtelte mit den Armen und saß längst nicht mehr, sondern stand drohend vor Julie: „Wie stellst Du Dir das überhaupt alles vor, weißt Du überhaupt, was eine Geburt bedeutet, Stillen und Wickeln und so weiter und überhaupt: WILLST Du das Kind?“


Julie schüttelte weinend den gesenkten Kopf. Daraufhin regte sich die Mutter noch mehr auf: „So! DU willst nicht! Aha! Aber ICH will! Ich will nicht, dass Du eine Abtreibung machst, nur über meine Leiche ...“ Und da war zu unserer großen Überraschung die unterschätzte Mutter: Wir hatten ihre Worte zuvor völlig anders interpretiert!


Ich unterbrach sie: „Danke, Frau L. Das ist genau meine Meinung auch, wie können wir das denn regeln?“ „Ja, auf jeden Fall OHNE Abtreibung!“ zürnte Frau L.


Aus Erleichterung weinte auch ich und wir besprachen, wie Julie ihren Schulabschluss machen kann, während das Kind von ihr, der Oma, versorgt wird (dabei weinte Frau L.).

Julie hörte gar nicht mehr auf zu weinen und fragte nur immer wieder, ob sie das ernst meine. „Na klar meine ich das!“


Dass das schwer wird, ist klar, aber wir kamen überein, dass wir helfen, mit allem was wir nur können, damit es dieses Mal für Frau L. nicht „furchtbar schwer“ wird.



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